-
Die Flugmotoren Dz700 Dz710 und Dz720
1941 verlagerte die Klöckner-Humboldt-Deutz AG ihre 1935 in Köln aufgenommene Flugmotorenentwicklung in ihr Werk nach Oberursel. Die gesamte Fabrik wurde umfassend modernisiert und zu einem modernen Flugmotoren-Entwicklungszentrum ausgebaut. Hervorzuheben sind die verschiedensten Prüfanlagen und Gebäude für die Motorenerprobungen und das umfangreiche Werkstofflabor.
Bis März 1945 wurde hier an der Konstruktion und Erprobung von Zweitakt-Boxer-Motoren gearbeitet, zunächst für Benzin- und später für Dieselbetrieb. Dabei wurden zahlreiche Ein- und Zwei-Zylindermotoren für Grundlagenuntersuchungen, aber auch 12-Zylinder-Boxermotoren gebaut und erprobt. Auch zwei 16-Zylinder Dz 710 Vollmotoren wurden fertiggestellt und auf dem Turmprüfstand getestet. Bis März 1945 wurden etwa 150 Laufstunden erreicht und dabei eine Leistung von 2360 PS nachgewiesen.
Nach Besetzung des Werks Ende März 1945 requirierte die US-Army diese beiden Dz 710-Versuchsmotoren und schaffte sie in die USA zu Vergleichsuntersuchungen. Die Dz 710-Motoren waren längst nicht serienreif, eine Weiterentwicklung erfolgte nicht mehr. Der Bedarf an Groß-Flugmotoren hatte sich drastisch reduziert, und die aufkommende Technologie der Strahltriebwerke hatte ein höheres Leistungspotential. Die beiden in die USA verbrachten Versuchsmotoren gelten als verschollen.
In der Natur des Menschen liegt es, Dinge zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen
und zu zeigen. Zu Beginn der Neuzeit gab es Kuriositätenkabinette und Wunderkammern. Und in einer Wunderkammer, also einem Museum, könnte man doch anhand von Exponaten über die lange Historie dieses Industriestandortes am Urselbach berichten. Gedacht - Getan. 1999 begannen die Vorbereitungen, die geplante Eröffnung in 2001 musste aufgrund der weltpolitischen Lage verschoben werden, 2002 wurde das Werksmuseum offiziell eröffnet. Motoren sind logischerweise der Schwerpunkt des Museums, trotzdem ist es kein Motorenmuseum im technischen Sinne, anhand der hier gefertigten Produkte wird über die wechselhafte Historie dieses Industriestandorts berichtet. Im Laufe der letzten 25 Jahre ist hier ein kleines aber feines Museum entstanden. Fast alle der hier gefertigten Produkte können im hier im Günter-Kappler-Haus besichtigt werden.
Free AI Website Builder